Universum 1

ganz anders als an jenem anderen Ende der Zeit, da wo du wie von einem Erdrutsch von ihr entlang deiner Jugend fortgeschleift wurdest, bleibst du jetzt wie zu schwer geratenes Treibgut am Grund ihres Stroms liegen und horchst.
Aus der Zeit zu treten, sollte ein Willensakt sein, und geschieht doch unabsichtlich – nicht zufällig, sondern vorherbestimmt, aber doch unvorhersehbar. Man lebt länger als man sollte. Die Zeit hängt einen ab und gibt Gas, braust davon.
Und dann? Setzt die Schwingung ein und breitet sich in der Leere aus. Die Frequenz einer ganz anderen Existenz, einer Gestalt im Raum, mit der man über Lichtjahre hinweg seltsam verbunden ist.
Dann schlägt das Herz eines Planeten in dir. Aber nicht das Herz des Planeten, auf dem du lebst. Es ist das Herz eines Himmelskörpers in unwahrscheinlich weiter Ferne, der nun mehr Wirklichkeit annimmt, als dein gesamtes bisheriges Leben. Dunkel – tiefblau – schwebt es im All, sendet seine Stimme über den Riss im Raum hinweg zu dir.
Spricht.

Veröffentlicht von

Tobias Reckermann

Schriftsteller Mitarbeiter bei Whitetrain

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